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Tech-Rider für Bands erstellen: Was in Rider, Stageplan und Kanalliste gehört

Ein brauchbarer Tech-Rider zeigt Besetzung, Signale, Monitoring, Backline und mitgebrachte Technik für genau diesen Gig – ohne kopierte Forderungen, die niemand braucht.

Zwölf Wedges, Sidefills und ein getrennter Monitorplatz standen im kopierten Rider einer regionalen Coverband. Mit der tatsächlichen Produktion hatte das wenig zu tun. Der Veranstalter nahm die Forderungen entsprechend ernst: gar nicht. Diesen Fall beschreibt ein Musiker in einer Diskussion über Tech-Rider für kleinere Bands.

Das andere Extrem hilft genauso wenig: „Wir sind fünf Leute und brauchen normalen Sound.“ Damit kann der Techniker weder die Bühne vorbereiten noch abschätzen, ob genug Inputs, DI-Boxen und Monitorwege vorhanden sind.

Ein brauchbarer Tech-Rider beantwortet drei Fragen: Wer steht bei diesem Gig auf der Bühne? Was bringt die Band mit? Was muss das Venue stellen? Der Stageplan zeigt, wo alles steht. Die Kanalliste zeigt, welche Signale ankommen. Mehr Seiten machen diese Angaben nicht automatisch besser.

Tech-Rider, Stageplan und Kanalliste haben verschiedene Aufgaben

Die drei Begriffe werden oft vermischt. Für die Abstimmung mit dem Techniker ist die Trennung hilfreich:

Dokument Aufgabe Typischer Inhalt
Tech-Rider Beschreibt die technischen Bedingungen der Show Besetzung, Ansprechpartner, Bühne, PA, Monitoring, Backline, mitgebrachte Technik, Mindestanforderungen
Stageplan oder Bühnenplan Zeigt den Aufbau auf der Bühne Positionen, Instrumente, Gesangsmikros, Monitore oder IEM, DI-Boxen, Strom, Riser
Kanalliste Zeigt die Signale für Ton und Monitoring Signalquelle, Mikrofon oder DI, Phantomspeisung, Stativ, Besonderheiten, von wem das Material kommt

Ein Patchplan geht einen Schritt weiter und legt eine konkrete Kanalbelegung fest. Das ist sinnvoll, wenn Ihr mit eigenem Pult, festem Monitormix oder Splitter anreist. Ohne eigenen Techniker muss die Hauscrew Eure Signale kennen, aber nicht zwingend Eure Wunschkanalnummern übernehmen. Genau darüber unterscheiden sich auch die Empfehlungen in einer Musiker-Board-Diskussion zu technischen Anforderungen.

Beginne mit Besetzung und Ansprechpartnern

Der Techniker muss zuerst erkennen, welche Fassung vor ihm liegt und wen er bei Rückfragen erreicht. Auf die erste Seite gehören deshalb:

  • Bandname und gegebenenfalls Tour oder Show
  • Stand des Riders, zum Beispiel 17.09.2026
  • Name und Mobilnummer des technischen Ansprechpartners
  • Kontakt für den Gig-Tag, falls das eine andere Person ist
  • aktuelle Besetzung mit Namen und Instrumenten
  • zusätzliche Crew: eigener FOH-, Monitor- oder Lichttechniker, Backliner oder Stagehands
  • ein klarer Hinweis, wenn Ihr ohne eigenen Techniker kommt

Datum und Kontakt sollten auch dann auffindbar bleiben, wenn einzelne Seiten ausgedruckt oder weitergeleitet werden. In einer Diskussion über einen Rider für eine achtköpfige Ska-Punk-Band lautet die konkrete Empfehlung deshalb: Datum und Kontaktdaten auf jede Seite.

Die Besetzung muss zum Gig passen. Wenn diesmal eine zusätzliche Sängerin mitkommt, der Keyboarder zwei statt eines Ausgangs braucht oder eine Aushilfe ein anderes Setup spielt, ist das keine Kleinigkeit für den Soundcheck. Ändert den Rider, bevor Ihr ihn verschickt.

Wenn jemand stufenfreien Zugang, zusätzlichen Platz oder Hilfe beim Load-in braucht, klärt das ebenfalls früh mit Venue und Produktion. Solche Anforderungen betreffen nicht nur die Anreise; sie können bestimmen, ob und wie Euer Setup überhaupt auf die Bühne kommt.

Zeichne den Stageplan aus Sicht der Technik

Der Stageplan ist kein Bandfoto von oben. Er muss zeigen, wo Signale, Strom und Monitoring gebraucht werden. Markiere zuerst eindeutig Bühnenvorderkante und Publikum, damit links und rechts nicht aus der falschen Perspektive gelesen werden.

Danach gehören in den Plan:

  • Position und Name jedes Musikers
  • Mindestmaße der nutzbaren Bühne
  • Instrumente, Amps, Keyboard- oder Percussion-Setups
  • Gesangs- und Instrumentenmikrofone
  • DI-Boxen und andere Audioanschlüsse
  • Wedges mit Nummer oder Monitorweg beziehungsweise die IEM-Positionen
  • Steckdosen dort, wo Ihr sie wirklich braucht
  • Drumriser, Keyboardriser oder anderes festes Bühnenmobiliar
  • Platz für eigenes Rack, Splitter, Playback-Rechner oder Digitalpult

Die aktuelle Empfehlung der Musicians’ Union nennt außerdem Namen, Instrumente, Positionen, DI, XLR, Phantomspeisung, Stativtypen, Strom und Monitoring als relevante Angaben. MusicNSW führt in seiner 2026 veröffentlichten Rider-Vorlage zusätzlich benötigte Keyboard- und Gitarrenständer sowie die mitgebrachte und benötigte Backline auf.

Ein Symbol ohne Beschriftung hilft wenig. Schreib nicht nur Keys, sondern bei Bedarf Keys L/R, eigene DI. Schreib nicht nur Voc, sondern Anna – Lead Voc – eigenes Funkmikro. So kann die Crew den Plan lesen, ohne Eure Band zu kennen.

Schreib in die Kanalliste, welches Signal wirklich ankommt

Eine Kanalliste muss nicht mit der Bassdrum beginnen, nur weil viele Pulte so belegt werden. Entscheidend ist, dass kein Signal vergessen wird und der Techniker weiß, wie es übergeben wird.

Eine brauchbare Zeile kann so aussehen:

Signal Quelle Anschluss Benötigt Bringt die Band mit
Lead Voc Funkempfänger XLR hohes Galgenstativ Funkstrecke
Akustikgitarre eigenes Pedalboard XLR DI-Ausgang
Keys L/R Stage-Rack 2 × XLR 2 Kanäle eigene DI
Playback L/R Audio-Interface 2 × XLR 2 Kanäle Interface und Laptop

Ergänze, wo Phantomspeisung gebraucht wird oder ausdrücklich nicht anliegen darf. Nenne auch kurze oder hohe Galgenstative, Stereo-Signale, Talkback, Click, Timecode und getrennte Playback-Wege, wenn Euer Setup sie tatsächlich nutzt.

Bei eigenem Monitorpult muss die Übergabe an FOH eindeutig sein. Ein aktuelles Beispiel liefert der Technical Rider 2026 der Coverband The Kolbs: Die Band mischt ihr IEM über ein eigenes Digitalpult, bringt einen analogen Splitter mit und beschreibt, wo FOH die Signale übernimmt und welches Pult die Phantomspeisung liefert. In diesem Aufbau ist ein fester Patchplan keine Dekoration, sondern Voraussetzung dafür, dass beide Pulte dieselben Signale bekommen.

Trenne Mindestanforderungen, Wünsche und mitgebrachtes Material

Der Satz „PA muss professionell sein“ klärt nichts. Schreib stattdessen, was die Show funktional braucht und wer es stellt.

Verwende drei klare Kennzeichnungen:

  • Muss vorhanden sein: Ohne diesen Punkt kann das Setup nicht wie vereinbart betrieben werden.
  • Bevorzugt: Damit habt Ihr gute Erfahrungen; eine gleichwertige Alternative ist nach Absprache möglich.
  • Bringen wir mit: Das Material reist mit der Band an und muss vor Ort nicht zusätzlich bereitstehen.

Für das Monitoring heißt das nicht nur „vier Monitore“. Klärt:

  • wie viele getrennte Monitorwege benötigt werden
  • wer einen Wedge und wer einen IEM-Feed braucht
  • ob Ihr Sender, Empfänger und Hörer selbst mitbringt
  • ob ein eigener Monitormix oder Split vorhanden ist
  • welche Signale auf welchem Mix wirklich nötig sind

Für die Backline schreibt Ihr genauso konkret auf, was vor Ort steht und was mitkommt. Bei einem geteilten Drumset reicht Drums vorhanden nicht. Klärt Shellset, Anzahl und Größe der Toms, Hardware sowie ob Snare, Becken, Fußmaschine und Hocker mitgebracht werden. Bei Gitarren- und Bassamps muss klar sein, ob nur eine Box geteilt wird, ein komplettes Rig steht oder jeder sein eigenes Setup aufbaut.

Die passende Tiefe hängt von Eurem Setup ab

Nicht jede Band braucht denselben Rider:

Akustikduo oder kleines Club-Setup

Oft reichen eine übersichtliche Seite und ein einfacher Stageplan: zwei Personen, Instrumente, Gesänge, benötigte DI-Boxen, zwei Monitorwege, Strom und die Information, was Ihr mitbringt.

Coverband mit mehreren Gesängen, Keys und Bläsern

Hier werden Stageplan und Kanalliste wichtiger. Mehrere Stereo-Signale, Funkstrecken, zusätzliche Gesangsmikros, Instrumentenwechsel und verschiedene Monitorwünsche müssen vor dem Aufbau bekannt sein. Die Band Hot Stuff veröffentlicht für Veranstalter beispielsweise ein gemeinsames Paket aus Technical Rider, Bühnenanweisung, Bühnenplan und Kanalbelegung 2026.

Band mit eigenem IEM-, Playback- oder Pult-Setup

Beschreibt den kompletten Signalweg bis zur Übergabe an FOH. Dazu gehören Split, Ein- und Ausgänge, Phantomspeisung, benötigter Platz, Strom und die Person, die das System bedient. Wenn Tracks, Click oder Timecode laufen, muss erkennbar sein, welcher Weg wohin geht und was das Venue davon erhält.

Spezielle Licht-, Video- oder Effektanforderungen gehören nur hinein, wenn sie Teil Eurer Show sind und vorab technisch geklärt werden müssen. Eine lange Liste von Wunschgeräten macht aus einem normalen Band-Setup keine größere Produktion.

Was nicht in den Tech-Rider gehört

Der Tech-Rider darf auf andere Unterlagen verweisen, muss sie aber nicht ersetzen. Diese Informationen bleiben normalerweise separat:

  • Bandbiografie, Pressefotos, Hörproben und Promo-Links gehören ins EPK oder in die Bandbewerbung.
  • Ankunft, Aufbau, Soundcheck, Spielzeiten und Abbau gehören in den Ablauf des Gigs.
  • Navi-Adresse, Hotel und Catering gehören zu den Gig-Infos beziehungsweise in einen getrennten Hospitality Rider. Loading-Dock, Treppen, Aufzug oder anderer Zugang zur Bühne gehören dagegen in die technische Abstimmung, wenn sie den Aufbau betreffen.
  • Die vollständige Bühnen-Setlist gehört auf die Bühne. Nur relevante FOH-, Licht- oder Track-Cues brauchen eine eigene Fassung für die Technik.
  • Ausführliche Bedienungsanleitungen für Euer eigenes Equipment gehören zur Person, die es bedient. Der Techniker braucht die Anschlüsse und Übergabepunkte.

Schreibt keine Markenliste ab, nur weil sie in einem anderen Rider steht. Wenn eine bestimmte Konsole, ein Mikrofon oder ein System für Euer Setup zwingend ist, nennt den technischen Grund und klärt mögliche Alternativen. Wenn es nur Eure bevorzugte Lösung ist, kennzeichnet sie auch so.

Schick den Rider nicht nur ab – klär die Abweichungen

Ein Tech-Rider ist die Grundlage für die technische Abstimmung, nicht deren Abschluss. Die Musicians’ Union empfiehlt, eine aktuelle, auf den jeweiligen Gig zugeschnittene Fassung frühzeitig zu senden. MusicNSW beschreibt auch den nächsten Schritt: Das Venue antwortet mit den vorhandenen technischen Möglichkeiten oder nennt Abweichungen. Dann klärt Ihr mit dem Techniker, was wie umgesetzt wird.

Frag deshalb konkret:

  • Wer ist unser technischer Ansprechpartner?
  • Ist die aktuelle Fassung angekommen?
  • Welche Mindestanforderung kann nicht erfüllt werden?
  • Welche Alternative ist vorgesehen?
  • Welche Backline steht tatsächlich bereit?
  • Wie viele Aufbau-, Umbau- und Soundcheck-Minuten haben wir?
  • Was ändert sich bei einem Multi-Band-Abend gegenüber unserem normalen Setup?

Schreib vereinbarte Änderungen in den Rider oder in die Gig-Infos. Eine Mail mit „müsste passen“ ist keine brauchbare Antwort auf einen fehlenden Monitorweg oder eine nicht vorhandene DI-Box.

Prüfe vor jedem Versand diese Fassung

Öffne das PDF und geh den konkreten Gig durch:

  • Stimmt die Besetzung?
  • Stimmen Instrumente, Gesänge und Stereo-Signale?
  • Sind Aushilfen und zusätzliche Crew berücksichtigt?
  • Ist klar, was Ihr mitbringt und was das Venue stellen soll?
  • Passen Stageplan und Kanalliste zueinander?
  • Sind Mindestanforderungen und Wünsche unterscheidbar?
  • Stehen Datum, Version und erreichbarer Kontakt im PDF?
  • Ist der Dateiname eindeutig, zum Beispiel Bandname_Tech-Rider_2026-09-17.pdf?
  • Wurden Abweichungen mit dem Techniker geklärt?

Vermeide Dateinamen wie Rider_final_neu_3.pdf. Sie sagen dem Empfänger nicht, ob die Fassung aktueller ist als das PDF vom letzten Gig.

Den vereinbarten Rider beim richtigen Gig halten

Wenn Ihr Gixtra nutzt, kann der Tech-Rider direkt am betreffenden Gig liegen. Ein Bandmitglied mit der Rolle Techniker kann das technische Feld und den Tech-Rider-Anhang aktualisieren, ohne den ganzen Gig bearbeiten zu können. Besetzung, Ablauf und technische Datei bleiben damit beim selben Auftritt.

Hinterlegt nach der Abstimmung mit dem technischen Ansprechpartner die vereinbarte Fassung beim Gig. So finden Band und Technik für genau diesen Auftritt denselben Rider. Wie Ihr Rider, Stageplan, Backline und weitere Gig-Infos zusammenhaltet, zeigt der Artikel Gig-Infos nicht mehr in WhatsApp suchen.

Der nächste sinnvolle Schritt ist kein schöneres Layout. Nehmt Euren aktuellen Rider, stellt das tatsächliche Setup im Proberaum auf und prüft jede Zeile: Steht es auf der Bühne, kommt es als Signal an oder muss es jemand bereitstellen? Was keine dieser Fragen beantwortet, kann wahrscheinlich raus.