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Setlist für die Bühne: Was draufgehört – und was nicht

Eine Bühnen-Setlist muss aus Deiner Spielposition lesbar sein und nur die Hinweise zeigen, die Du während der Show wirklich brauchst.

Der Drummer braucht die Tempi. Der Keyboarder schreibt seine Setups neben die Songs. Ein Gitarrist legt die Setlist auf den Boden und braucht größere Schrift; am Notenständer passt eine kompaktere Liste. Diese Beispiele stammen aus einer Musiker-Board-Diskussion über Setlists.

Deshalb sollte nicht jedes Bandmitglied denselben Ausdruck bekommen. Die Reihenfolge gilt für alle. Die zusätzlichen Hinweise müssen zu dem passen, was Du während des Sets spielst, wechselst oder ansagst.

Die Setlist muss beim Spielen helfen

Auf der Bühne muss ein Blick reichen. Du willst erkennen, welcher Song als Nächstes kommt und was unmittelbar davor oder danach zu tun ist. Eine Setlist ist deshalb weder Songbook noch Ablaufplan für den ganzen Gig.

Auf die gemeinsame Liste gehören mindestens:

  • die Reihenfolge der Songs
  • klar erkennbare Pausen und Setwechsel
  • der Songtitel, den Ihr intern tatsächlich benutzt
  • die genaue Version, wenn mehrere Fassungen im Repertoire sind
  • alle Bestandteile eines Medleys in der richtigen Reihenfolge

Wenn jemand die Spielzeit im Blick behält, braucht diese Person zusätzlich die Songlängen oder die geplante Dauer jedes Sets. Für alle anderen kann diese Spalte weg.

Ergänze nur Hinweise, die Du auf der Bühne brauchst

Tonart und Tempo stehen oft auf Setlists. Sie sind aber nicht automatisch für jeden Musiker gleich wichtig. Eine Gig-Checkliste für Bands nennt außerdem Hinweise zur Moderation und zu Songübergängen. In der Praxis können je nach Instrument weitere Angaben dazukommen:

  • Tonart: wenn Ihr transponiert oder verschiedene Versionen spielt
  • Tempo oder Count-in: für die Person, die den Song anzählt oder startet
  • Start: zum Beispiel Drums, Gitarrenriff, Track oder Ansage
  • Schluss: festes Ende, Cut auf Zeichen oder Übergang in den nächsten Song
  • Instrumentenwechsel: etwa E-Gitarre auf Akustikgitarre
  • Sound: Keyboard-Setup, Gitarren-Preset, Capo oder Stimmung
  • persönlicher Einsatz: ein Break, Solo oder Cue, den Du nicht verpassen willst

Schreib nicht jeden dieser Punkte auf jede Liste. Wenn der Bassist seine Tonart sicher kennt, braucht er keine zusätzliche Spalte. Wenn nur die Keyboarderin Setups wechselt, gehört diese Information auf ihre Liste und nicht auf fünf andere Ausdrucke.

Eine brauchbare Zeile statt sechs Seiten Notizen

Diese Beispielzeile zeigt ein mögliches Format, keine Pflichtvorlage:

07 | SONGTITEL | Eb | HH zählt 4 | Schluss auf Zeichen | Git: Drop D

Die ersten beiden Angaben helfen der ganzen Band. Alles danach hängt von Eurem Arrangement und Deiner Aufgabe ab. Für den Drummer könnte am Ende das Tempo stehen, für die Sängerin der Einstieg nach dem Instrumentalteil, für den Keyboarder die Nummer des Setups.

Wenn eine Zeile so voll wird, dass Du sie beim Spielen entziffern musst, ist sie zu lang. Ausführliche Akkorde, Texte oder ausgeschriebene Stimmen gehören auf ein eigenes Blatt oder in die Notenansicht. Die Setlist darf darauf verweisen, muss sie aber nicht ersetzen.

Formatiere für den Platz, an dem die Liste liegt

Eine Schriftgröße ist nicht grundsätzlich richtig oder falsch. Druck die Liste aus, leg sie an ihren späteren Platz und stell Dich mit Deinem Instrument hin. Kannst Du die nächste Zeile ohne Vorbeugen lesen? Erkennst Du Setwechsel und besondere Cues sofort? Wenn nicht, ändere Schriftgröße, Abstand oder Spalten.

Für den Bühnenausdruck helfen diese Regeln:

  • dunkle Schrift auf hellem Papier oder ein ebenso deutlicher umgekehrter Kontrast
  • klare Setüberschriften und mehr Abstand zwischen den Songs als innerhalb einer Zeile
  • möglichst kein Seitenwechsel mitten im Set
  • Seitenwechsel nur an einer Pause oder an einer vorher festgelegten Stelle
  • Papier so befestigen, dass Lüfter, Wind oder ein Tritt gegen den Monitor es nicht verschieben
  • ein Ersatzexemplar dort, wo Ihr im Notfall drankommt

Wer einen Notenständer benutzt, braucht einen stabilen Stand und bei dunkler Bühne eventuell eine Pultleuchte. Genau darauf weist auch die Band-Auftritts-Checkliste von Delamar hin.

Auf dem Tablet gelten dieselben Anforderungen. Öffne die richtige Datei vor dem Set, schalte automatische Sperre und störende Benachrichtigungen aus und prüfe, ob die Liste ohne Netz verfügbar ist. Ein Smartphone, das vor jedem Song entsperrt und gescrollt werden muss, ist keine brauchbare Bühnen-Setlist.

Was besser nicht auf die Bühnen-Setlist gehört

Alles, was Du während des Spielens nicht brauchst, konkurriert mit dem nächsten Song. Meist können diese Angaben weg:

  • Adresse, Soundcheck-Zeit und Telefonnummern für den Gig
  • lange Probenkommentare
  • vollständige Songtexte für Musiker, die sie nicht lesen
  • detaillierte Licht- und Ton-Cues auf den Listen der Band
  • interne Varianten, die bei diesem Gig nicht gespielt werden
  • ungeklärte Notizen wie „vielleicht kürzer?“

FOH oder Licht können eine eigene Cue-Liste bekommen. Sängerinnen können Texte nutzen. Eine Aushilfe kann ausführlichere Noten brauchen. Das sind andere Arbeitsunterlagen mit einem anderen Zweck.

Testet den Ausdruck in einer Durchlaufprobe

Spielt mindestens ein Set mit genau den Listen, die später auf der Bühne liegen. Dabei fallen Probleme auf, die am Schreibtisch unsichtbar bleiben: ein Wechsel steht eine Zeile zu spät, ein Medley ist nicht klar getrennt oder der Seitenumbruch liegt mitten im Übergang.

Korrigiert danach nur das, was Euch beim Spielen gefehlt oder gestört hat. So wird aus einer allgemeinen Setlist der Bühnenzettel, den jeder von seinem Platz aus wirklich benutzen kann.